Ishinca, Teil 2

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Gletscherlagune und Tocllaraju 6034m

Nach einer kalten Nacht im Refugio erwachen die Lebensgeister erst nach einem herzhaften Frühstück, Will und ich wollen den Tag zum Akklimatisieren nutzen, wir planen einen Aufstieg zur Gletscherlagune auf über 4600m, das Wetter ist herrlich und auch andere Berggeher nutzen die Gelegenheit, um sich ebenfalls der Höhe anzupassen.

Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen: Will informiert sich bei einem einheimischen Guide über die Gipfelbesteigung des Urus 5495m, ich treffe mich mit dem Tschechen vom gestrigen Kennenlernen um die Lage zu sondieren. Am frühen Nachmittag brechen wir zur Lagune auf, dort treffen wir auf Schweizer, die am Tag zuvor den Ishinca Gipfel auf 5530m erreicht haben. Sie versichern uns, dass dies kein einfaches Unterfangen war, der Aufstieg hat länger gedauert als geplant.

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Als wir gemeinsam auf die Lagune blicken, beobachten wir 5 Bergsteiger, die sich auf dem Abstieg zum vorgeschobenen Lager des mächtigen Tocclaraju befinden. Winzigen Ameisen gleich, sehen wir sie hinter einer mächtigen Schneekuppe verschwinden – wie sich später heraustellt, handelt es sich hierbei um eine russische Truppe, von der jedoch nur einer den Gipfel tatsächlich erreichen konnte.

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Solo zurück nach Huaraz:  Abstieg bei Traumwetter

In den Abendstunden ziehen die Wolken zu und es beginnt heftiger Regen – der bei Abfall der Temperatur in der Nacht schnell in Schneefall übergehen kann.

Ich entschließe mich mangels technischer Ausrüstung auf einen Gipfelversuch zu verzichten und am folgenden Tag nach Huaraz zurückzukehren, Will hingegen bricht in der tiefschwarzen Nacht zum Gipfel des Urus auf….

Als ich am nächsten Morgen alleine vom Refugio absteige ist der Himmel vollkommen klar und ich genieße die landschaftlichen Impressionen, die mich umgeben. Unten am verabredeten Treffpunkt hocke ich mich auf meinen Rucksack und warte auf meinen Fahrer – ich muss schmunzeln, als ich sein klappriges Gefährt kurze Zeit später um die Kurve weiter unten biegen sehe, gewisse Dinge in Südamerika funktionieren einfach immer, ohne zu wissen warum.

Als ich Will einen Tag später in Huaraz wiedersehe, freut es mich umso mehr zu erfahren, dass er ohne Schwierigkeiten den Gipfel erreichen konnte. Wir wünschen uns zum Abschied alles Gute, denn unsere Wege werden sich schon morgen wieder trennen….

Mehr über den Start dieser Bergtour Ishinca, Teil 1

Ishinca, Teil 1

Seit einigen Tagen bin ich bereits in Huaraz, als ich Will treffe – wie sich herausstellt, ist der US-Kamerad bereits seit drei Wochen in der Stadt und mein bis dahin unbekannter Nachbar – er füllt die Zeit zwischen seinen Arbeitseinsätzen mit Bergsteigen in der Cordillera. Wir verabreden uns zum gemeinsamen Aufstieg zum Ishinca Refugio auf 4350m Höhe. Will möchte unbedingt einen Gipfel versuchen, ich hingegen bin noch unschlüssig: Meine Kondition und meine Höhenanpassung stimmt zwar, jedoch bin ich für einen Gipfelanstieg nicht gut genug ausgerüstet.

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Wo geht`s hier zum Basecamp?

Ich dränge auf einen Start sehr früh am nächsten Morgen, lasse mich allerdings dazu überreden erst einige Zeit später als geplant zu starten – ein Fehler, den wir anschließend bemerken werden… Weiterlesen

Huaraz, Herz der Cordillera

Huaraz in Peru: Bergsteigermekka, Touristen Hot-Spot und Nationenschmelztiegel

Im Juni, Juli und August platzt Huaraz, die Hauptstadt der Andenregion Ancash, aus allen Nähten – die Trekkingsaison ist auf dem Höhepunkt und Semana de Andinismo lockt noch einmal zusätzlich tausende Bergsteiger in die über 3000m hoch gelegene Stadt. Etliche Berge der Cordillera Blanca sind gut von Huaraz aus zu sehen, die Reihe an imposanten Gipfeln in diesem Gebirgszug ist einzigartig. Der höchste Berg von Peru ist ebenso in der Cordillera beheimatet – der mächtige Huascaran mit 6768m. Sehenswert.

Mein Blog – was dahinter steckt

Diesmal gibt es ein Interview mit meiner Namensvetterin Liane vom Blog heimatnah.com. Ich gebe zu, bis ich von Liane angeschrieben wurde, hatte ich noch nichts von ihrem Blog gehört oder gelesen. Aber dies hat sich jetzt geändert. Und auch euch kann ich empfehlen, einmal einen Blick zu riskieren. Die Einstiegsfrage schlechthin: Warum heißt dein Blog, […]

über Heute: Heimatnah —

In freundlicher Kooperation mit diereiseule.com

Lima Miraflores vs. Centro Historico

Auf den ersten Blick erscheint Lima als vorherbestimmter Wackelkandidat auf der Beliebtheitsskala, aber es lohnt sich auf jeden Fall genauer hinzusehen…schließlich gibt es kaum eine Chance, einen großen Bogen um die Hauptstadt von Peru zu machen, selbst wenn man möchte. Flugzeugflotten national sowie international steuern Lima an und außnahmslos alle großen Fernbusverbindungen verknoten sich hier.

Lima ist Hauptverkehrsumschlagplatz, Millionenmetropole, Smogbrutstätte: Der Anblick der Vorortviertel ist nicht sehr vielversprechend, zudem ist Lima nach Einbruch der Dunkelheit gefährlich, das versichern  Einheimische und der Reiseführer gleichermaßen. Aber ist alles tatsächlich so ungemütlich oder gibt es auch charmante Seiten in Lima?

Ich habe es gewagt einen Vergleich anzustellen, indem ich diese Stadt gleich 2 mal besucht habe und dabei in unterschiedlichen Vierteln abgestiegen bin.

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Heimkehrgedanken

Für eine sehr lange Zeit ist dein Rucksack dein Bester Freund, nun stellst du ihn ab und dir wird plötzlich klar – ich bin wieder zu Hause in meinem Heimatland.

Wie läuft es wieder in der Heimat? Ist alles noch immer gleich oder hat sich das Leben verändert? Wenn ja, wie? Was nehme ich mit von meiner Reise in mein altes neues Leben? Wie habe ich mich verändert?

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Pachamama – Die Mutter Erde

Der Begriff Pachamama (in der indigenen Sprache Quechua: „Mutter Welt/Kosmos“), also die Mutter Erde, ist in Südamerika jedem bekannt. Die Mutter Erde erhält und nährt laut dem Glauben daran alles Leben auf der Erde und vermittelt zwischen Ober- und Unterwelt.

Die Verehrung von Pachamama geht z.B. in Ecuador so weit, das dieses Grundprinzip sogar in die neue Verfassung aufgenommen wurde. Es gibt kein konkretes Abbild von Pachamama, Opfergaben an die Mutter Erde findet man allerdings häufig an Felsen oder Steinen, da diesen magische Kräfte zugesprochen werden.

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Vikunja in Stein gemeisselt

Vikunjas – also wildlebende Kameliden, wie man sie zum Beispiel am Fuße des Chimborazo in Ecuador beobachten kann – brauchen keinen Hirten, denn die Mutter Erde lenkt und nährt sie, so heisst es. Ein wirklich schöner Gedanke.

Ebenso verhält es sich mit den Guanakos, der wildlebenden Stammform der Lamas, sie sind allerdings sehr selten geworden, sodass man sie in freier Wildbahn kaum noch zu Gesicht bekommt. Im Unterschied zu den Vikunjas, die einmal im Jahr eingefangen und ob ihrer wertvollen Wolle geschoren werden, lässt man Guanakos in Ruhe und kümmert sich auch daher nicht weiter um ihren Bestand – man überlässt sie einfach Pachamama, der Mutter Erde.

Kulinarik a la Amèrica del Sur

Reist man mit dem Rucksack durch die Gegend, hat man nicht jeden Tag die Gelegenheit für ein Festessen – und das ist auch gut so…

Umso schöner ist es dann, wenn man von Zeit zu Zeit wirklich tolle Restaurants entdeckt und sich nach vielen Strapazen selbst etwas gönnt. Die Freude darüber war bei mir jedesmal enorm. Ich gestehe, das obligatorische Meerschweinchen Weiterlesen

5 kuriose Fakten in Südamerika

Alles auf der Strasse kostet 1 Dollar (Ecuador), 1 Sol (Peru), 1 Boliviano (Bolivien)

Frag mich nicht warum, aber egal welche Kleinigkeit man auf der Strasse zu kaufen bekommt, überall hört man nur die Zahl „eins“ – völlig egal, ob es sich dabei um Geleepudding, Superkleber, eine Portion Mais oder Pan (Brot) handelt, alles scheint gleich viel zu kosten. Erstaunlich, wenn man den Euro-Umrechnungskurs hernimmt und mit der Landeswährung vergleicht, so ist das selbe Produkt – also zum Beispiel 1 Stück Brot – in Ecuador um das ca. 8-fache teurer als zum Beispiel in Bolivien, obwohl es dort genau gleich groß ist. Ich habe über diese Tatsache immer nur den Kopf geschüttelt, aber ich vermute es liegt einfach nur am Wechselgeld, 1 Münze hat so ziemlich jeder in der Hosentasche und der Verkauf muss schnell gehen – wenn z.B. ein Bus abfährt, fliegen Münzen und Waren durch die kleinen Fensterluken nur so hin und her…ein heiteres Schauspiel, das immer zu funktionieren scheint.

Nicht wundern, wenn beim Geldabheben einer mit der Pumpgun neben dir steht

Am Anfang ist es schwer gewöhnungsbedürftig: Du möchtest Weiterlesen

Hunde

Ich habe nicht daran geglaubt, aber ja, auch mir ist es passiert: Ich habe mich unsterblich verliebt – in einen Stassenhund.

Ich habe einmal irgendwo einen schlauen Satz gelesen, und der lautet in etwa so:   Es gibt 3 Dinge, die der Herr erschaffen hat, um das Leben erträglich zu machen – Hoffnung, Witze und Hunde. Das Beste davon sind die Hunde. Wie wahr.

Es ist in Südamerika absolut unmöglich, Hunden aus dem Weg zu gehen, sie sind einfach überall. Und zwar zu tausenden, ach was sage ich, es gibt sie millionenfach – und zwar in allen Varianten: groß, klein, verängstigt, unförmig, abgemagert, friedlich, distanziert, hässlich, liebeshungrig, kostümiert, lästige Kläffer bis hin zu agressiven beisswütigen Monstern…und scheinbar niemand kümmert sich um sie.

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Suchbild: Wo sind die 3 Wachhunde?

Der gute Rat meiner Hausärztin – fasse ja niemals und unter keinen Umständen einen fremden Hund an – ich muss sagen, dieser Rat Weiterlesen