5 kuriose Fakten in Südamerika

Alles auf der Strasse kostet 1 Dollar (Ecuador), 1 Sol (Peru), 1 Boliviano (Bolivien)

Frag mich nicht warum, aber egal welche Kleinigkeit man auf der Strasse zu kaufen bekommt, überall hört man nur die Zahl „eins“ – völlig egal, ob es sich dabei um Geleepudding, Superkleber, eine Portion Mais oder Pan (Brot) handelt, alles scheint gleich viel zu kosten. Erstaunlich, wenn man den Euro-Umrechnungskurs hernimmt und mit der Landeswährung vergleicht, so ist das selbe Produkt – also zum Beispiel 1 Stück Brot – in Ecuador um das ca. 8-fache teurer als zum Beispiel in Bolivien, obwohl es dort genau gleich groß ist. Ich habe über diese Tatsache immer nur den Kopf geschüttelt, aber ich vermute es liegt einfach nur am Wechselgeld, 1 Münze hat so ziemlich jeder in der Hosentasche und der Verkauf muss schnell gehen – wenn z.B. ein Bus abfährt, fliegen Münzen und Waren durch die kleinen Fensterluken nur so hin und her…ein heiteres Schauspiel, das immer zu funktionieren scheint.

Nicht wundern, wenn beim Geldabheben einer mit der Pumpgun neben dir steht

Am Anfang ist es schwer gewöhnungsbedürftig: Du möchtest auf der Strasse bei einem Automaten versuchen, dass dir das Ding auch wirklich Geld ausspuckt und unmittelbar daneben steht ein stoisch dreinschauender Wachmann, der bis auf die Zähne bewaffnet ist und soviel Munition am Leibe trägt, dass er damit einen ganzen Bus voll Räuber locker ausschalten kann…Kriminalität ist und bleibt ein großes Problem in Südamerika, aber sobald die Skepsis verschwunden ist, fällt dir das kaum noch auf. Versprochen.

Wo sind die companeros??

Die Frage nach den Kumpeln, einem Partner oder Gefährten ist allgegenwärtig, wenn man alleine unterwegs ist – und ganz besonders als alleinreisende Frau. Ja also, wo sind sie, die companeros? Ich glaube, die sitzen gerade zu Hause, essen Chips und schauen im Fernsehen das Länderfußballmatch „David gegen Goliath“. Ok, war nur ein flacher Witz. Ich reise alleine, und das auch gerne als Frau.

Sex, Gewalt und Lärm sind an der Tagesordnung

Ich habe das ehrlich vorher nicht gewusst, aber Südamerika ist unheimlich laut. Sogar in der Nacht, wenn du denkst: ahh, endlich ein ruhiger Winkel, wo sich meine Unterkunft befindet – spätestens um 2:00Uhr nachts entschließen sich 8 Straßenhunde, sich wie wild anzukläffen. Von untertags rede ich gar nicht: Huperei und Geschrei auf den Straßen, es gibt immer irgendwo eine lautstarke Demonstration oder Fiesta…Gewalt ist ohnehin normal, da fliegen Böller und den Fernseher willst du gar nicht erst aufdrehen – entweder Kriegsfilm oder Porno, egal um welche Uhrzeit. Die Werbung ist mehr als nur sexistisch, was wäre wohl hierzulande eine Reklametafel vor der Autowerkstatt, wo eine vollbusige Blondine nur im Stringtanga das Auto einseift? Am härtesten traf mich die Kombination einmal auf einer mehrstündigen Busfahrt, es lief ein Gewaltfilm nach dem anderen, und das in der Lautstärke eines Düsenjets. Ich sage es so: Mein wichtigstes Überlebensutensil in Südamerika war weder Pfefferspray, Moskitonetz oder Wasseraufbereiter – es waren meine Ohropax.

Die Sache mit der Zeit

Klar, dass Südamerika und Pünktlichkeit nicht unbedingt zusammenpassen, war mir vor meiner Abreise schon bewusst – wie sehr die Geduld eines Europäers dort allerdings tatsächlich auf die Probe gestellt wird, nicht. Du glaubst mir nicht? Hmmm, lass uns mal sehen: Du stehst irgendwo als winziger Punkt in den Anden, fragst dich durch, welche Karre wohl demnächst in diese oder jene Richtung fährt (schließlich hast du dir ja vorher ungefähr im Kopf zusammengezimmert, dass ca. 8 – 9 Stunden Fahrzeit vor dir liegen und du ja noch gerne vor Anbruch der Dunkelheit dort ankommen möchtest), du findest schliesslich die besagte Karre und was passiert? Richtig, nichts. Auf die Nachfrage, wann es denn endlich losgeht, erntest du nur ein Schulterzucken – was soviel bedeutet wie vielleicht in 10 Minuten, in 3 Stunden oder erst übermorgen, weil der Chauffeur gerade unpässlich ist….Puhh, da hilft nur tief durchatmen und die neu gewonnene Gelassenheit wirken zu lassen. Was willst du auch sonst tun? Nicht einfach, aber ist mir gelungen. Gewartet habe ich übrigens fast 3 Stunden.

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